Donnerspass: Mount Washington & Patrick Bishop


Schüür Luzern
20:30

Die Norweger Washington brauchten einen radikalen Schritt. Aus dem arktischen Tromsø, das entspannte Hafenstädtchen mit beeindruckender Naturkulisse zog es Sänger Rune Simonsen, Bassist Andreas Høyer und Drummer Esko Pedersen nach Berlin, die wuselige deutsche Hauptstadt, Kulturmekka und hochgehypte Trend-Metropole in einem. Kaum angekommen, begannen die Drei auch schon mit dem Schreiben neuer Songs für ihr viertes, selbstbetiteltes Album. Dabei diente ihnen, wie vielen ihrer musikalischen Vorbilder, die Stadt als Inspirationsquelle. Herausgekommen ist das selbstbetitelte Album „Mount Washington“ (mehr zum Namenswechsel unten).

Es steht für einen Neuanfang, und gleichzeitig werden Wunden geleckt, darunter das Ende einer langjährigen Beziehung. Hier dringt Berlin aus allen Poren: reduziert, Groove-orientiert und mit einer gehörigen Prise Elektronik versehen, klingen Mount Washington urbaner denn je. Zwar nimmt einen die unverwechselbare Stimme von Rune Simonsen noch immer mit auf Reisen durch den eigenen Kopf, noch immer entstehen vor dem inneren Auge gewaltige Bilder, und nach wie vor scheut die Band weder Melancholie noch die grosse Geste. Doch zum Klanguniversum von Mount Washington gesellen sich ganz neue Zwischentöne. Die Single „Lisboa“ ist programmatisch für das gesamte Album: Sie beginnt verspielt und up-beat, mit einem luftigen Gitarrenlick, später singen elegische Background-Chöre scheinbar vergeblich gegen den übermütigen Lead-Gesang an – ein Song, bittersüss wie das Leben selbst.