Kolkhorst (GER)


Metzgerhalle Luzern
20:00

“Der Typ ist wahnsinnig!?”. Worte, die man im Publikum bei seinen Konzerten schon öfters zu hören bekam. Aber Wahnsinn kann auch sehr positiv sein. In diesem Fall zum Beispiel. Wenn KOLKHORST auf der Bühne steht – DAS ist Wahnsinn. Wenn er vier Stunden spielt und dabei niemand auf die Uhr guckt, ist das erst recht Wahnsinn. Und wenn er auf einen Barhocker oder einen Dartautomaten klettert und seine oder spontane Cover-Songs, gerne was von Falco, von dort aus bringt, ist auch das “Wahnsinn”. Der Typ ist doch mega besoffen!? Nein, der Typ trinkt gar keinen Alkohol. Der Typ ist einfach die Art Mensch, für die das Wort “Typ” überhaupt erfunden wurde. Es gibt nicht viele, die ihre Musik so leben wie Kai-Uwe KOLKHORST. Und es gibt erst recht nicht viele, die ihr Leben musikalisch so umsetzen wie er. Jan Quiel,
SMASH-MAG.com.

Aus dem beschaulichen Studenten-Städtchen Lüneburg in Niedersachsen kommt Kai-Uwe Kolkhorst, der manchem Indie-Eingeweihten noch durch seine Funktion als Sänger der Band Besser bekannt sein dürfte. 2004 ging er jedoch unter die Solokünstler und veröffentlichte über das wohl liebevollste Label Hamburgs, Tapete Records, sein etwas obskur doch stilvoll betiteltes Debüt “Pizza Amore”, auf dem Kolkhorst seine druckvoll verzerrte E-Gitarre genauso unterbrachte wie den Drumcomputer und melodischen, in ihrer naiven Art betörenden analogen Synthesizern eine Heimat offerierte. Die Energie ist auf seinen sympathisch improvisierten Konzerten (gern auch mit Falco-Coverversionen, wobei dessen “Einzelhaft” auf dem Erstling erschien), in denen der Rock-Faktor durch wuchtigere Sequenzen und die feedback-getränkte Gitarre um einiges erhöht wird, noch viel deutlicher zu spüren. Man meint, es stehe eine ganze Horde ehrenamtlicher Musiker hinter der Bühne, welche Kolkhorst die musikalischen Pässe verabreichen, und doch ist es nur ein einsamer Mann, für den Leidenschaft und herzliche Rock-Geste so eng mit dem Musikmachen verbunden sind, dass einem noch nicht einmal das Wort “authentisch” über die Lippen geht, bevor das Staunen einen übermannt hat. Daniel Leckert.